zurück zur Übersicht

 

Med I - Schwerpunkt Elektrophysiologie / Herzrhythmusstörungen

Elektrophysiologische Untersuchung und Katheterablation

Die elektrophysiologische Untersuchung ist ein spezieller Herzkathetereingriff und dient der genaueren Diagnostik Ihrer Herzrhythmusstörung. Eine Behandlung, ja sogar eine Heilung von bestimmten Herzrhythmusstörungen kann ebenfalls mit einem Herzkathetereingriff durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um die sogenannte Katheterablation oder auch Katheterverödung von Herzrhythmusstörungen.

 

Was geschieht bei der Elektrophysiologischen Untersuchung (EPU)?

Diese Eingriffe werden in unserem elektrophysiologischen Herzkatheterlabor durchgeführt. Hier werden Sie auf eine spezielle Untersuchungsliege gelegt und mit einem sterilen Tuch (Schutz vor Infektionen) bedeckt. (s. Bild unten)

EP Lab

Nach örtlicher Betäubung werden 2 bis 4 dünne Elektrodenkatheter über die Blutgefäße in einer oder beiden Leisten unter Röntgendurchleuchtung ins Herz geschoben. Dieser Vorgang ist für Sie schmerzlos.

EP CathinPlace v2

Elektroden-Katheter im Herzen

Röntgen-Darstellung der Katheter im Herzen

 

Warum führen wir eine EPU durch?

Über die im Herzen befindlichen Elektrodenkatheter können wir die elektrischen Herzströme direkt verfolgen und beurteilen, ob die elektrischen Impulse in Ihrem Herzen regelrecht geleitet werden. Außerdem können wir Ihren Herzschlag ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher über diese Katheter stimulieren (d.h. Ihr Herzschlag folgt dann unseren „Anweisungen“). Dies tun wir mittels spezieller Schlagabfolgen, sogenannten Stimulationsmanövern, diese können Sie als Herzstolpern wahrnehmen.
Hiermit können wir zum Einen Ihre Neigung für eventuell bedrohliche Rhythmusstörungen im Alltag abschätzen (d.h. ob Sie unter Umständen einen Schrittmacher oder Defibrillator brauchen).
Zum Anderen versuchen wir, die Sie im Alltag eventuell belästigende Herzrhythmusstörung zu reproduzieren um sie dann zu analysieren, um sie dann sinnvoll therapieren zu können.

Herzrhythmusstörungen mit zu schnellem Herzschlag entstehen, wenn die elektrischen Impulse (s. Was sind Herzrhythmusstörungen?) auf „Abwege“ im Sinne einer unaufhörliche Kreisbahn geraten. Dies geschieht entweder aufgrund von (meist angeborenen) Zusatzleitungsbahnen oder weil aufgrund eines erkrankten Herzmuskels die elektrischen Leitungseigenschaften im Herzen so verändert sind, dass sich ein elektrischer Impuls auf einer unaufhörlichen Kreisbahn halten kann.
Eine weitere, seltenere Ursache für schnellen Herzschlag ist das Vorhandensein zusätzlicher krankhafter Taktgeber, die den Sinusknoten (normaler Taktgeber) „überstimmen“ und selbst mit hoher Frequenz rhythmusbildend werden.

Eine ausgelöste Herzrhythmusstörung kann von Ihnen als Herzrasen wahrgenommen werden, in einigen Fällen kann auch Schwindel oder ein kurzfristiger Bewusstseinsverlust auftreten. Die Herzrhythmusstörung kann jederzeit sicher von uns beendet werden. Mithilfe der EPU können wir den bei Ihnen zur einer Herzrhythmusstörungen führenden Mechanismus klären und eine auf diesen zielende Strategie zur Beseitigung der Rhythmusstörung festlegen. Die Behandlung wird dann meist aus einer Katheterablation (s. unten) in gleicher Sitzung bestehen, in manchen Fällen werden wir Ihnen jedoch auch zur medikamentösen Therapie raten.

 

Wie werden Herzrhythmusstörungen mit dem Katheter behandelt?

Bei der Katheterablation werden mithilfe eines Katheters, dessen Spitze erhitzbar ist, kleine, elektrisch nicht mehr leitende Narben im Herzen erzeugt. Das Ziel ist, den Auslöser Ihrer Herzrhythmusstörung so zu beseitigen. Dies geschieht entweder dadurch, dass auf Abwege geratenen Impulsen ein Hindernis in Form einer kleinen Narbe im Sinne einer Unterbrechung der Kreisbahn (s.o.) in den Weg gelegt wird, oder dass krankhafte Taktgeber direkt mit dem Katheter ausgeschaltet werden. Die Untersuchung dauert etwa 1 bis 2 Stunden, bei komplizierten Rhythmusstörungen (selten) auch länger.

Abl Cath

 

Wie effektiv und wie sicher ist die Katheterablation von Rhythmusstörungen?

In der Regel ist die Katheterablation von Herzrhythmusstörungen ein sehr sicheres und wenig belastendes Verfahren. Komplikation treten bei weniger als 1% der Untersuchungen auf, inkludiert sind hier leichte und schwere Komplikationen, wobei die leichten Probleme bei weitem überwiegen (z.B. nicht behandlungsbedürftiger Bluterguss in der Leiste). Die Erfolgsaussichten der Katheterablation unterscheiden sich natürlich je nach Rhythmusstörung, liegen in den meisten Fällen jedoch über 90-95% i.S. einer dauerhaften Beseitigung, dies kommt oft einer Heilung der Rhythmusstörung gleich (für die Ablation bei Vorhofflimmern siehe Ablation von Vorhofflimmern).

 

Was ist vor und nach dem Eingriff zu beachten?

Wenn nicht anders verordnet, sollten Sie mindestens 48 Stunden vor dem Eingriff keine Rhythmusmedikamente mehr einnehmen. Nach Beendigung des Eingriffes werden die Katheter aus der Leiste entfernt und ein Druckverband angelegt. Dieser verbleibt für mehrere Stunden, in dieser Zeit müssen Sie auch Bettruhe einhalten. Am Tag nach dem Eingriff können Sie in aller Regel die Klinik verlassen, schwerere körperliche Betätigung und Sport sollten jedoch noch für 7-10 Tage unterlassen werden (Abschluss der Gefäßheilung in der Leiste).

 


Weitere Informationen:

 

Sekretariat

Janette Vaz
Telefon: 02131 / 888 - 20 01
Telefax: 02131 / 888 - 20 99
jvaz@lukasneuss.de

Notfalltelefone

Chest-Pain-Unit (CPU)
Telefon: 02131 / 888 - 1600

Internistische Intensivstation
Telefon: 02131 / 888 - 1700

Hier gelangen Sie zu den Qualitätsberichten, Klinikflyern und weiteren Downloads!

 

facebook button

Lukaskrankenhaus Neuss

Rheinland Klinikum
Neuss GmbH

Preußenstraße 84
41464 Neuss

Telefon: 02131 / 888 - 0
Telefax: 02131 / 888 - 79 99

info@rheinlandklinikum.de

 

 
 
 
 
 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.