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Med I - Schwerpunkt Herz-Kreislauf Erkrankungen

Behandlung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom

Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt der Behandlung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS). Bei diesen Patienten halten die oben beschriebenen Beschwerden in Ruhe an. Unter Umständen kann es zum kompletten Verschluss einer Koronararterie kommen. Ist dies der Fall, zählt jede Minute. Die Koronararterie muss möglichst schnell wiedereröffnet werden, um den mit Sauerstoff unterversorgten Herzmuskel vor dem Absterben zu retten ("Zeit ist Muskel").
Mit dem ACS-Netzwerk im Rhein-Kreis Neuss, unserer zertifizierten Chest Pain Unit (CPU) und einer 24-stündigen Katheterbereitschaft haben wir zusammen mit den Rettungsdiensten und umliegenden Krankenhäusern und den niedergelassenen Kardiologen eine Struktur geschaffen, die dem hohen Anspruch einer möglichst schnellen Behandluung der Patienten mit ACS gerecht wird.
Alle Rettungswagen im Rhein-Kreis Neuss sind mit telemedizinischen Einheiten (ORTIVUS®, Lifenet®) ausgestattet, die es auf einfachem Wege ermöglichen, ein 12-Kanal-EKG und einige andere Patientendaten über ein Mobilfunknetz an einen PC auf unsere kardiologische Intensivstation zu senden. Zeigen sich im EKG die typischen Zeichen eines Herzinfarktes (ST-Strecken-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI), informiert der Diensthabende der Intensivstation den kardiologischen Hintergrunddienst, der das Krankenhaus in den allermeisten Fällen noch vor dem Patienten erreicht. Der Patient kann in der Regel vom Rettungsdienst direkt im Herzkatheterlabor übergeben werden. Bei der umgehend eingeleiteten Herzkatheteruntersuchung (Notfallkoronarangiographie) wird die meist durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) verstopfte Koronararterie anlaog zu PTCA mit einem dünnen Draht sondiert. Im nächsten Schritt wird der Thrombus mit einem speziell dafür entwickelten dünnen Absaugkatheter (Aspirationskatheter (QuckCat®, Export®, ThomCat®) entfernt. Dann wird die verbliebene Reststenose durch Einsetzen eines speziellen Antikörper-beschichteten Stents (CD34-Stent) behoben. Zur Monitorüberwachung kann der Patient dann auf die kardiologische Intensivstation oder die CPU verbracht werden, die in unmittelbarer räumlicher Nähe zu den Herzkatheterlaboren gelegen sind.
ACS-Patienten mit typischen Beschwerden, die keiner unmittelbaren Herzkatheteruntersuchung zugeführt werden müssen (z.B. Nicht-ST-Streckenhebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI)), werden auf unserer CPU durch ein routiniertes ärztliches betreut. Die leitliniengerechte Diagnostik und Therapie erfolgt hier zügig und nach standardisierten Algorhythmen ("Standard Operating Procedures (SOPS)).


Alle Beiträge zu diesem Thema:

 

Chefarzt Neumann

Prof. Dr. Andreas Neumann

Chefarzt seit 1. August 2008

Vita

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