9. Neusser Tag der Gastroenterologie

Prof. Heintges referiert über Quantensprung in Hepatitis-C-Therapie

Gastroenterologietag 007Groß war das Interesse der Ärzte beim 9. Neusser Tag der Gastroenterologie im Swissôtel, zu dem am 17. Januar 2015 der Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Lukaskrankenhauses, Prof. Dr. Tobias Heintges, und Oberarzt Dr. Ali Avci eingeladen hatten.

Prof. Heintges referierte über den „Quantensprung“ in der Therapie von Hepatitis C. Diese Form der Hepatitis, die meist chronisch wird, kann zu schweren Leberschädigungen wie der Leberzirrhose führen. Die Therapie, früher kaum möglich, hat entscheidende Fortschritte gemacht. Eine Impfung gibt es bislang nicht.

Galt zunächst das Interferon als (einzig) mögliche Therapieform, auf die allerdings nur wenige Erkrankte ansprachen, werden nun Substanzen angewandt, die die Vermehrung des Virus selbst verhindern sollen. Noch vor einigen Jahren wirkten die Medikamente bei etwa jedem zweiten Patienten, nun sind es bei den neuen Kombinationspräparaten 98 Prozent, berichtete Prof. Heintges. Die Therapiedauer, in der Regel zwölf Wochen, könnte reduziert werden, die Nebenwirkungen gibt es nach wie vor, sie sind allerdings weniger schwer.

Nur erfahrene Ärzte praktizieren die Anwendung der Präparate. Die sind teuer – auch wenn der Preis sinkt. Die Behandlung eines Patienten kostet etwa 60.000 Euro. Prof. Heintges zeigte sich von der Entwicklung überzeugt: „Bei uns wird Hepatitis C mehr oder weniger aussterben.“

Weitere Themen auf der Tagung der Fachärzte waren eine neue Leitlinie zum Krankheitsbild Morbus Crohn, ein Referat über Reflux, das Sodbrennen, und der Vortrag des Oberarztes Dr. Thorsten Feldt von der Universitätsklinik Düsseldorf über Ebola. Der Durchbruch in der Eindämmung der Seuche in Westafrika scheine erreicht, sagte er, Entwarnung mochte er allerdings nicht geben. Und so bleiben die sieben Behandlungszentren in Deutschland, darunter auch die Universitätsklinik Düsseldorf, auf die Aufnahme von Ebola-Infizierten vorbereitet. 16 Ärzte und 34 Pflegekräfte müssen für einen Erkrankten bereitstehen, extrem aufwendig sind die Vorsichtmaßnahmen. Ein Problem liegt zeitlich vor der eigentlichen Behandlung: Das Erkennen eines Verdachtsfalls zum Beispiel in der Notaufnahme eines Krankenhauses oder beim niedergelassenen Arzt, erste Maßnahmen („keine Blutabnahme“) und der mögliche Transport in ein Behandlungszentrum. Ein leichtes Raunen ging da durch die Reihen. Ob diese Maßnahmenkette funktioniert, wollte wohl niemand testen müssen.

 

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